Aletschgletscher-Schweiz

Kalte Auszeit an heißen Tagen

Hier ist die Abkühlung auch im Sommer garantiert

"Schwitzefrei": Europas kühlste und coolste Orte gegen die Hitze

„36 Grad und es wird noch heißer…“: Zwar flaut die andauernde Hitzewelle in Deutschland und Österreich in den nächsten Tagen ein bisschen ab, aber schon am kommenden Wochenende kann laut aktuellen Wettervorhersagen das Thermometer bis örtlich 38 Grad Celsius steigen. Was passiert, wenn der Ventilator schon längst seinen Geist aufgegeben hat, das Eiskühlfach gar nicht mehr hinterher kommt und auch der kleinste Schattenplatz im Park besetzt ist? Man begibt sich am besten an Orte, die trotz Hochsommer viel Platz für eine ordentliche Abkühlung versprechen. Wir haben uns auf die Suche gemacht und stellen die „coolsten“ Orte in Europa vor.

„Cool-Spots“ in deutschen Städten

Da Asphalt und Beton sich tagsüber aufheizen und nachts Hitze abgeben, leiden gerade Städter unter den extremen Temperaturen. Viele deutsche Städte überlegen sich daher Strategien, wie sie ihre Bewohner und Bewohnerinnen besser durch die Rekordsommer bringen können. In Gießen ist so beispielsweise der „Coole Stadtplan“ entstanden: Eine Webseite zeigt kühle Parkanlagen, Wasserstellen und Refill-Stationen, an denen man kostenlos die eigene Trinkflasche auffüllen kann. Auch in Bonn gibt es ein ähnliches Projekt unter dem Namen „Stadt und Land im Fluss – Netzwerk Klimalandschaften“. Eine interaktive Karte zeigt kühle Orte und kann per Crowdmaping selbst befüllt werden.

Mehr Information:

Online stellt die Stadt Gießen den "coolen Stadtplan" zur Verfügung. Auch Bonn gibt Infos im Web zum aktuellen Projekt "Stadt und Land im Fluss".

Erfrischung in den Kirchen Wiens

Je älter die Kirche, desto dicker die Mauern und desto länger bleibt es drinnen kühl – diese einfache Rechnung kommt Wien-Reisenden zu Gute, die Zuflucht vor der Hitze suchen. Unter dem Motto „Kirche erfrischt“ heißt die Erzdiözese Wien alle Besucher Willkommen und zeigt auf ihrer Website, hinter welchen heiligen Mauern es am kühlsten ist. Mit Temperaturen zwischen 19 und 25 Grad Celsius lässt es sich also bei der nächsten Hitzewelle gut in den Wiener Kirchen aushalten.

Am Grossen Aletschgletscher ist auch im Sommer mal Winter

Faszinierend ist der Blick auf den Grossen Aletschgletscher im Schweizer Kanton Wallis: Über beachtliche 22,75 Kilometer Länge zieht sich der größte Gletscher der Alpen durch die Berner Bergwelt. Je höher man kommt, desto kühler wird es: Auf über 3.500 Metern Höhe kann es hier auch im Juli schneien. Wehmutstropfen: Die Auswirkungen der heißen Sommer sind spürbar: Die bekannte Konkordiahütte thronte einst nur 50 Meter über den Eismassen, inzwischen ist die Distanz durch Gletscherschmelze auf 150 Meter gewachsen.

Hinweis:

Erkundungstouren entlang des Gletschers werden nur mit einem fachkundigen Bergführer empfohlen.

Unterirdische Abkühlung in den Pariser Katakomben

Selbst wenn auf den Straßen von Paris Rekordtemperaturen herrschen, sind es in den 20 Meter unter der Erde gelegenen Pariser Katakomben frische 14 Grad Celsius. Für die Gänsehaut bei den Besuchern sind jedoch nicht nur die kühlen Temperaturen verantwortlich: Das unterirdische Labyrinth im Zentrum von Paris zeigt in einigen Abschnitten auch die Gebeine mehrerer Millionen verstorbener Pariser und macht in schaurigem Ambiente die Geschichte der französischen Hauptstadt erfahrbar.

Unser Tipp:

Eintrittskarten für einen kühlen Besuch in den Katakomben müssen vorab online gekauft werden.

Eiskaltes Nachtleben in Prag

Wenn die Temperaturen auch nachts nicht merklich runtergehen, schafft der Ice Pub in Tschechiens Hauptstadt Prag Abhilfe. Gelegen im fünfstöckigen Nachtclub Karlovy Lázně, dem größten Club Zentraleuropas, in der Prager Innenstadt herrschen in der Eisbar das ganze Jahr über Minusgrade. Alles, was man hier sieht, ist aus Eis: Von den Tischen über die Wände bis zum eigenen Glas. Um sich vor der beißenden Kälte zu schützen, bekommen Gäste am Eingang einen Mantel und Handschuhe.

Cool bleiben in der weltgrößten Eishöhle

Hier ist der Name Programm: Die Eisriesenwelt ist ein Höhlensystem im Tennengebirge im Salzburger Land und gilt mit 42 Kilometern Gesamtlänge als größte Eishöhle der Welt. Der erste Kilometer der Höhle gleicht einem wahren Eispalast: Besucher bestaunen imposante Eisfiguren sowie meterhohe, eisige Tropfsteingebilde. Auch im Sommer bewegen sich die Temperaturen im inneren der Höhle um den Gefrierpunkt.

Unser Tipp:

Bei einer geführten Tour kann die Eisriesenhöhle besichtigt werden.

Skifahren in den Niederlanden

Falls es im September noch ein Hitze-Comeback gibt, schafft ein Ausflug nach Den Haag in die** Skihalle von De Uithof** Abhilfe. Als Europas größtes Indoor-Sportzentrum ist die Anlage besonders bekannt für ihre Skihänge. Normalerweise kommen Ski- und Snowboard-Fans hier auch im Hochsommer auf ihre Kosten, wegen der Corona-Pandemie geht es in diesem Jahr erst im September los. Mit zwei großen Eisbahnen stehen sonst auch Eislaufen, Curling und Ice Hockey auf dem sommerlichen Wintersport-Programm (ab Oktober geöffnet). Ein Highlight ist „Bumperball on Ice“, bei dem die Spieler einen großen Ballon um sich tragen und gegen das gegnerische Team Punkte erzielen müssen, ohne „gebumpt“, also umgestoßen, zu werden – auf dem glatten Eis eine echte Herausforderung.


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