Tessin

Kurz mal gefragt

Reisetipps für die Schweiz

Interview mit Ellen Gromann

Im heutigen Interview mit Ellen Gromann stellen wir die besten Reisetipps für die Schweiz vor.

Ellen ist leidenschaftliche Globetrotterin. Seit 2014 betreibt sie den Reiseblog PATOTRA, auf dem sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihren vielen Reisen sowie der Fotografie verbindet und damit die Reiselust auch auf ihre Leser überträgt.

Ellen wohnt mit ihrer Familie am Schweizer Teil des Bodensees und ist daher Expertin für unser schönes Nachbarland. Von ihr erfahren wir heute z.B., welche Orte man als Schweiz-Neuling unbedingt besuchen sollte, was man als Familie in der Schweiz unternehmen kann und welche kulinarischen Spezialitäten man sich keineswegs entgehen lassen darf.

Liebe Ellen, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für unser Interview genommen hast. Magst Du Dich unseren Lesern einmal vorstellen? Wer bist Du, was treibt Dich an und worum geht es in Deinem Reisemagazin?

Ellen

Danke, dass Ihr Euch für mich bzw. mein Reisejournal interessiert! Ich betreibe Patotra mittlerweile seit 7 Jahren. Gestartet habe ich den Reiseblog aus Liebe zum Reisen und zum Schreiben. Was als reiner Familienreiseblog anfing, ist zusammen mit meinen drei Kindern erwachsen geworden. Familienreisen spielen zwar immer noch eine Rolle, aber mittlerweile ist das Thema „aktive Reisen als Bestager“ in den Fokus gerückt.

Welchen Stellenwert hat das Reisen in Deinem Leben und was würdest Du anderen Müttern gerne mit auf den Weg geben, die vielleicht nicht mutig genug sind, die Welt zu entdecken?

Es gibt kaum etwas anderes, aus dem wir als Familie, grade in schlechten Zeiten, so viel Kraft schöpfen, wie aus unseren gemeinsamen Reisen. Das Reisen hat uns als Familie zusammengeschweißt. Wir spüren immer wieder, wie sehr auch die Kinder von diesen Erfahrungen profitiert haben. Kinder (und nicht nur die) können so unendlich viel auf Reisen lernen! Unser Jüngster war vier Jahre alt, als wir uns an unsere erste gemeinsame Fernreise gewagt haben. Rückblickend muss ich sagen, dass wir das schon viel früher hätten wagen sollen. Wir durften auf unseren Reisen so viele positive Dinge erleben und wunderbare Menschen kennenlernen - das sind Erfahrungen und Begegnungen, die unersetzlich sind.

Wie ist es, mit Mann und Kindern die Welt zu bereisen? Verändert das Reisen etwas an Eurer Beziehung zueinander?

Reisen verändert die Beziehung zueinander auf jeden Fall. Wir sind ein eingespieltes Team und können uns bedingungslos aufeinander verlassen. Während in der Hektik des Alltags oft wenig Zeit füreinander ist, haben wir auf Reisen immer die Zeit und Muße für tiefe Gespräche gefunden. Das hat uns als Familie und auch als Paar ganz sicher sehr gefestigt.

Die Kinder sind mittlerweile ja schon fast alle erwachsen. Wir genießen es aber alle immer noch gemeinsam zu reisen.

Wie es ist, mit Mann und Kindern zu reisen? Wenn die Kinder noch klein sind, ist es manchmal auch anstrengend - aber die positiven Erlebnisse überwiegen bei weitem!

Aktuell sind Weltreisen ja immer noch in weiter Ferne. Gut, dass Du es in Deiner Heimat am Bodensee besonders schön hast! Was gefällt Dir an Deiner Heimatregion?

Ich liebe den See und die Berge. Eigentlich habe ich hier alles, was ich zum Glücklichsein brauche. Besonders im Sommer ist es wunderschön bei uns. In einer knappen Stunde bin ich in den Alpen zum Wandern und in 5 Minuten bin ich am Bodensee, um eine Runde zu schwimmen. Das ist herrlich! Außerdem liebe ich den Gedanken, dass ich in einer Stunde in Österreich und Liechtenstein bin, in zwei Stunden in Frankreich, in drei Stunden in Italien und in 5 Minuten in Deutschland (ich wohne auf der Schweizer Seite des Bodensees). Das ist ein ganz idealer Ausgangspunkt für eine Weltenbummlerin.

Bodensee

Welche Orte oder Städte empfiehlst Du absoluten Schweiz-Neulingen für einen ersten authentischen Eindruck von Land und Leuten?

Oh, da gibt es viele - zumal die Schweiz trotz ihrer Größe eine unglaubliche Vielfalt an regionalen Besonderheiten und unterschiedlichen Landschaften zu bieten hat. Die Regionen unterschieden sich sowohl architektonisch als auch kulturell und teilweise auch sprachlich voneinander. Im Tessin spürt man zum Beispiel schon einen Hauch von Italianita, während in der Westschweiz der französische Einfluss nicht zu verleugnen ist.

Als Kleinstädte mag ich Thun, Schaffhausen und St. Gallen sehr gerne.

Da ich sehr gerne wandere, zieht es mich immer wieder ins Appenzellerland im Nordosten des Landes. Ich liebe die Landschaft dort und das ganz eigene Brauchtum der Region fasziniert mich immer wieder. Die Appenzeller sind sehr bodenständig. Das mag ich. Ich bin aber auch ein ganz großer Fan des Kantons Graubünden! Graubünden ist der Landesteil, in dem in einigen Gebieten unsere vierte Landessprache, das Räteromanisch, gesprochen wird. Die Natur dort ist umwerfend schön. Ich liebe die aufregenden Gletscher, die tiefen Schluchten, die hohen Berge und die glasklaren Seen.

Schaffhausen

Viele kommen ja vor allem wegen der atemberaubend schönen Landschaft in die Schweiz. Welche sind für Dich die besten Wanderregionen?

Der Alpstein im Kanton Appenzell, Graubünden, das Tessin und die Region der Aletscharena im Westschweizer Kanton Wallis. Wobei es nicht ganz fair ist, das so einzugrenzen, da bei uns fast jede Region eine zauberhafte Wanderregion ist.

Und wo in der Schweiz ist es am schönsten für einen gelungenen Kurzurlaub mit der ganzen Familie?

Das Tessin. Mit seinem mediterranen Flair und seinem Hauch von Italien, gleicht selbst ein Kurztrip im eigenen Land einer Reise in ein anderes Land.

Tessin

Zu einem authentischen Eindruck vom Land gehört auch immer das Ausprobieren der lokalen Spezialitäten. Welche Leckereien der Schweizer Küche sollte man als Besucher unbedingt probieren?

Auch hier gibt es eine riesige regionale Vielfalt. Fondue oder Raclette in einer Alphütte sind schon fast ein Muss bei einem Besuch in der Schweiz! Und natürlich Rösti. Ich persönlich liebe Zürcher Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti. Es hat jede Region ihre ganz eigenen Spezialitäten, die man unbedingt suchen und probieren sollte. Kennt ihr Puschlaver Pizzoccheri, Capuns aus der Surselva, St. Galler Biberli, Toggenburger Schlorzifladen, Greyerzer Doppelrahm, Tessiner Risotto, Walliser Humagne oder den Jurassischen Damassine? Es gibt unendlich viel zu entdecken!

Möchtest Du unseren Lesern vielleicht noch paar Knigge-Tipps mit auf den Weg geben? Wie ticken die Schweizer und wie kommt man am besten mit ihnen in Kontakt?

Das allerwichtigste ist es, höflich zu sein. Hierzulande wird sehr viel Wert auf Höflichkeit gelegt. Bitte und Danke sind viel genutzte Wörter und beim Wandern oder Spazierengehen werden auch Fremde stets freundlich und mit Blickkontakt gegrüßt. Wer freundlich und offen ist, dem wird es in aller Regel leicht fallen, mit Schweizern ins Gespräch zu kommen.

Liebe Ellen, vielen Dank für Deine Antworten und den authentischen Eindruck, den Du uns von der Schweiz vermittelst!


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